Kristoff Praet: „Wir müssen den Mut für Entscheidungen haben“

31-10-2017

Erzählen Sie etwas über Ihren Hintergrund

„Ich bin in Wetteren in Belgien aufgewachsen und habe mich immer mit Technik und technischen Produkten beschäftigt. Das hat mich von Kindesbeinen an ausgesprochen gefesselt! Nach meinem Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Gent habe ich mit 25 Jahren bei einem Hersteller von Kühlmaschinen und Wärmepumpen angefangen. Dort habe ich gelernt, wie wichtig Technik und Technologien für die Entwicklung energiesparender Produkte sind.“

„Die Erfahrung hat mir bei meinen nächsten beruflichen Stationen sehr geholfen. Ich war dann bei mehreren HVAC-Unternehmen (Heating, Ventilation and Air Conditioning) vor allem im Bereich Ventilation tätig. Bei der Internationalisierung einer Verkaufsorganisation ist es wichtig, den gemeinsamen Faktor im europäischen Markt zu finden. Im letzten Jahrzehnt ist das Interesse an Sicherheit und Umwelt stark gewachsen. Die Verringerung des Energieverbrauchs und die Rückgewinnung von Energie sind zu Basisbedingungen geworden, wenn ein Produkt erfolgreich im internationalen Markt platziert werden soll.“

„Ich habe das Glück gehabt, daß ich immer Verkaufsprozesse für Unternehmen internationalisieren konnte, zu deren genetischen Code die Energieeinsparung für die Produktentwicklung zählte. Warum also nicht einen Schritt weitergehen und sich auf Produkte fokussieren, für die Energie nicht nur eine Voraussetzung ist, sondern zentrales Merkmal. Zeit für etwas Neues!“

Und dieses Neue wurde Innecs. Was war für Dich hier am attraktivsten?

„Innecs ist ein Unternehmen, das sich derzeit in einer idealen Lage befindet. National und international war das Interesse an Energieeinsparung und Energierückgewinnung nie so groß wie heute. Was für den Endverbrauchermarkt gilt, etwa im Wohnungsmarkt, gilt auch für industrielle Gebäude und Prozesse. Die europäischen Vorschriften im EED (Energy Efficiency Directive) müssen jetzt in nationale Zielsetzungen umgesetzt werden. Die Technologie von Innecs trägt dazu bei, daß diese Ziele erreicht werden können.“

„Außerdem gibt es ein wirtschaftliches Motiv: die geringen Zinsen machen Kapital günstig. Wenn wir jetzt in energiesparende Technik investieren, wirkt sich der Effekt doppelt aus. Die Kosten amortisieren sich nicht nur aufgrund der geringen Kapitalkosten, sondern auch die erwarteten ansteigenden Energiekosten wird das Unternehmen zukunftssicher.“
„Bei Innecs sind wir bereit, darauf zu reagieren. Die Investition in unsere energiesparenden Produkte ist finanziell so attraktiv wie nie zuvor und die Unternehmen erfüllen gleichzeitig die europäischen Vorgaben für einen effizienteren Umgang mit der verfügbaren Energie.“

Was wird Ihre Rolle bei Innecs sein?

„Die heutigen und die neue Märkte weiter entwickeln, Kontakte mit Energiemanagern und Energieverantwortlichen in Unternehmen knüpfen, Lösungen anbieten. Meine Aufgabe ist es, die Projekte so gut wie möglich zu steuern, mit denen wir erfolgreich sein können. Vor allem für den SteamExpander suchen wir Unternehmen, bei denen wir ohne Auswirkungen auf die bestehende Stromsituation Elektrizität erzeugen können. Wir bekommen viel Aufmerksamkeit von Unternehmen, bei denen Dampf mit hohem Druck erzeugt wird und die Druckdiferenz zwischen Dampfkessel und dem nachfolgenden Prozess sehr groß ist. Aber auch Unternehmen mit einem Netto-Dampfüberschuss, beispielsweise für einen exothermen Prozess, oder Unternehmen, für die der Energie-Einkauf sehr teuer ist, klopfen bei uns an.“

„Wir brauchen nur den Mut Entscheidungen zu haben“ Wir sind ein junges Unternehmen, in dem wir lösungsorientiert arbeiten und mit den Produktionsabteilungen unserer potentiellen Kunden zusammenarbeiten wollen. Daher konzentrieren wir uns vor allen auf mittelgroße Unternehmen und Industriegebiete. Wir wollen hier zielorientiert auftreten und das nicht nur in den Niederlanden, vor allem auch international. In Ländern wie Belgien, Deutschland und Italien sind Unternehmen schon stark an unseren Angeboten interessiert. Auch in Asien wächst das Interesse stetig. (siehe auch den Bericht „Internationales Interesse an Innecs Produkten wächst“)

Muss das Unternehmen dafür anders auftreten?

„Ja, mit Sicherheit. Wir müssen unsere internen Prozesse effizienter machen. Innecs steht vor der Herausforderung, einen Schritt zu machen, von einem reinen Engineering- zum einem Herstellerunternehmen. Wir werden uns im Markt als aktiv mitdenkenden Produzenten präsentieren. Für unsere interne Organisation heißt das, dass wir unser Denken ändern müssen. Kanalisieren und kommerzialisieren. Es ist die alte Marktstrategie: Entscheiden, was wir vor allem NICHT mehr tun dürfen, um den Erfolg mit unserer Kernaktivität zu gewährleisten: Unternehmen dabei helfen, Energie einzusparen, indem Sie das richtige Innecs-Produkt so gut wie möglich einsetzen. “

Wie sehen Sie die nähere Zukunft auf dem Energiemarkt?

„Vorläufig werden wir zumindest teilweise von fossilen Kraftstoffen abhängig bleiben. Dabei sollten wir aber intelligent vorgehen. Der Transport von Gas ist viel effizienter als der Transport von Elektrizität. Wenn wir daher Gas verteilen, um dezentral Dampf zu erzeugen, sollten wir diese Infrastruktur dazu nutzen, um an diesen Orten auch Elektrizität zu gewinnen. So vermeiden wir den Transportverlust, der mit der zentralen Stromerzeugung einhergeht. “

Ein Mann mit einer Mission! Woher kommt Ihr Antrieb?

„Seit Beginn meiner Berufslaufbahn beschäftige ich mich mit Energieeinsparung und Sicherheit. In vielen Fällen können wir den Einsatz fossiler Kraftstoffe begrenzen. In meinem eigenen Haus habe ich eine Wärmepumpe für die Heizung und Warmwasser. Ein großer Teil des benötigten Stroms erzeugen wir mit Sonnenkollektoren.“

„Als Gemeinschaft produzieren wir immer mehr grüne Energie. Aber obwohl Produkte immer energiesparender werden, steigt der Energiebedarf immer weiter an. Das führt dazu, daß die Kluft zwischen der erzeugten grünen Energie und dem Gesamtenergiebedarf in naher Zukunft nicht geschlossen werden kann. Daß fossile Kraftstoffe einmal aufgebraucht sein werden, wissen wir alle, aber was wir heute tun können, ist nicht immer eindeutig. Ehrliches Interesse an rationalem Energieverbrauch und die Vermeidung von Energieverschwendung ist in den kommenden Jahrzehnten der Schlüssel für ein richtiges Vorgehen.“

„Hier liegt die Kraft von Innecs: Die Überzeugung, dass verfügbare Energie mit technologischer Hilfe so effizient wie möglich eingesetzt werden kann, um einen möglichst hohen Ertrag und einer möglichst geringen Umweltbelastung zu erzielen.“